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16.10.2025

Neue Räume am Rhein für einen Dialog zwischen Kunst und KI

Generative KI boomt – aber oft verborgen

KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini haben in kürzester Zeit Millionen von Nutzerinnen und Nutzern gewonnen. In Unternehmen wächst dabei ein Phänomen, das Experten als "Schatten-KI“ bezeichnen: unautorisierte, nicht kontrollierte Nutzung von KI-Werkzeugen, meist ohne Wissen oder Freigabe der IT-Abteilung.

Die Dimension in Zahlen:

1,8 Milliarden monatliche Zugriffe auf GenAI-Systeme weltweit500–600 Millionen tägliche Nutzer20–24 Millionen in Deutschland greifen mindestens einmal monatlich zu 68% der Mitarbeitenden nutzen KI-Systeme auf nicht genehmigten Wegen7 von 10 setzen GenAI im beruflichen Kontext ein, ohne Wissen des Arbeitgebers 57% geben regelmäßig sensible Daten in externe KI-Dienste ein

Von der Chance zum Risiko

Die Parallelen zur "Schatten-IT“ sind offensichtlich. Was zunächst Produktivität und Innovationskraft ermöglicht, führt bei unkontrollierter Nutzung zu erheblichen Gefahren: Datenschutzverstöße, Verlust von Geschäftsgeheimnissen, Compliance-Probleme und der völlige Kontrollverlust über unternehmensrelevante Informationen.

Das neue Phänomen: Bring Your Own AI (BYOAI)

Eng verbunden mit Schatten-KI ist der Trend "Bring Your Own AI“ (BYOAI). Mitarbeitende nutzen dabei private oder frei verfügbare KI-Tools für berufliche Aufgaben – oft aus Bequemlichkeit, Zeitdruck oder aufgrund fehlender offizieller Unternehmenslösungen.

Die Risiken

Unternehmen haben keine Kontrolle darüber, welche Daten eingegeben werden. Private Accounts unterliegen nicht den Sicherheits- und Compliance-Standards der Firma. Daten können in fremden Servern gespeichert oder für Trainingszwecke verwendet werden. BYOAI ist damit nicht nur eine Komfortlösung für Mitarbeitende, sondern in vielen Fällen der direkte Weg, über den Schatten-KI im Unternehmen entsteht.

Warnungen aus Wirtschaft und Forschung

Bereits Mitte 2024 stufte das internationale Beratungsunternehmen Gartner "Shadow AI“ als eines der fünf größten organisatorischen Risiken in der digitalen Transformation ein – gleichrangig mit Themen wie Cybersecurity und regulatorischer Non-Compliance.

Gartner warnte konkret vor:

Unkontrolliertem Datenfluss: Geschäfts- und Kundendaten landen in externen Umgebungen, oft ohne Möglichkeit der Löschung. Verlust der Nachvollziehbarkeit: KI-basierte Entscheidungen und Inhalte sind weder dokumentiert noch überprüfbar. Rechtsrisiken: Verstöße gegen Datenschutzgesetze wie die DSGVO können zu hohen Bußgeldern führen.

McKinsey und PwC vertieften das Thema mit praxisnahen Fallstudien:

Ein produzierendes Mittelstandsunternehmen verlor vertrauliche Fertigungspläne, nachdem ein Mitarbeiter sie in ein öffentliches KI-Tool eingegeben hatte. Teile der Daten tauchten später in Trainingskontexten anderer Anbieter auf. Eine internationale Beratungsfirma nutzte ungeprüft KI-generierte Zahlen in Kundenreports – die Korrektur und Reputationsarbeiten kosteten über 1,2 Millionen Euro. Eine Behörde lud interne Dokumente zu Bewerbungsverfahren in ein frei zugängliches KI-System datenschutzrechtliche Verstöße führten zu langwierigen Verfahren und Vertrauensverlust. Diese Beispiele verdeutlichen: Schatten-KI ist kein theoretisches Risiko, sondern längst gelebte Realität – mit Folgekosten, die schnell in die Millionen gehen können.

Warum das Thema jetzt auf den Tisch muss

Die moderne KI markiert einen historischen Wendepunkt. Das wirtschaftliche Potenzial für Deutschland wird auf jährlich bis zu 330 Milliarden Euro beziffert (IW Köln). Doch ohne klare interne Richtlinien, sichere Plattformen und transparente Prozesse droht dieser Fortschritt zur Gefahr für Unternehmen, Behörden und die Wirtschaft insgesamt zu werden."Deutschland steht vor dem Dampfmaschinenmoment der digitalen Ära. Künstliche Intelligenz kann ein neues Wirtschaftswunder schaffen. Doch aktuell nutzen Millionen Beschäftigte KI-Tools wie ChatGPT ohne Wissen ihres Arbeitgebers, auch mit sensiblen Daten. Schatten-KI und der Trend ‘Bring Your Own AI’ gefährden Datenschutz, Compliance und das Herzstück unternehmerischer Wertschöpfung. Wenn wir die Chancen der KI nutzen wollen, müssen wir sie jetzt sicher, transparent und datensouverän in den Unternehmensalltag integrieren.“

Land rät Unternehmen, was sie jetzt tun sollten:

1. Nutzungsrichtlinien formulieren: Festlegen, welche KI-Tools erlaubt sind und wie mit sensiblen Daten umzugehen ist.2. Sichere KI-Zugänge schaffen: Autorisierte Plattformen einführen, die Datenschutz und Compliance sicherstellen.3. Sensibilisierung: Mitarbeitende schulen und über Risiken aufklären.4. Monitoring etablieren: Nutzung externer KI-Tools überwachen, um Missbrauch zu verhindern.

Von der Gefahr zur Chance

Schatten-KI und BYOAI sind keine Randprobleme für die IT-Abteilung – sie betreffen die gesamte Organisation. Der unautorisierte Einsatz privater oder frei verfügbarer KI-Tools mag kurzfristig bequem erscheinen, kann jedoch langfristig zu schwerwiegenden Datenschutz-, Compliance- und Sicherheitsproblemen führen. Wer jedoch jetzt klare Spielregeln definiert, sichere und autorisierte KI-Zugänge schafft sowie das Bewusstsein der Mitarbeitenden schärft, kann die Risiken minimieren und die Vorteile generativer KI in vollem Umfang ausschöpfen. Grundlage dafür ist eine sichere, zuverlässige und skalierbare KI-Plattform wie der neuland.ai HUB. So wird aus einer aktuellen Gefahr eine nachhaltige Chance für Innovation, Produktivitätssteigerung und Wettbewerbsvorteile – ohne den Verlust von Kontrolle und Vertrauenswürdigkeit.